St. Luziensteig auf den Falknis über das Falknishorn

Liechtenstein

St. Luziensteig auf den Falknis über das Falknishorn

T4

Distanz

9.4 km

Höhenunterschied

1.820 m

Dauer (Hin & zurück)

7–8 Stunden

Schwierigkeit

T4

↑ Höhenprofil

Überblick

Der Falknis ist der grosse Berg, der über dem Rheintal zwischen Liechtenstein und Graubünden thront — ein 2.562 m hoher Kalkgipfel, dessen Gipfelkreuz direkt über dem Lawenatal hängt. Der klassische Aufstieg beginnt bei der Festung St. Luziensteig auf 741 m und lässt bis zum Kreuz nicht nach: 1.820 Höhenmeter durch Wald, offene Weiden und einen seilversicherten Felsabschnitt.

Das ist eine ernsthafte Bergtour, kein Sommerspaziergang — einen ganzen Tag einplanen, früh starten und das Wetter sorgfältig prüfen. Der Lohn ist eines der besten Panoramen der Region, mit dem gesamten Rheintal darunter.

Die Route

Festung St. Luziensteig → Guscha: Start bei den historischen Befestigungsanlagen von St. Luziensteig, an der Grenze zwischen Graubünden und Liechtenstein oberhalb von Maienfeld. Eine breite, steinige Strasse steigt stetig oberhalb der Festung an, mit Blick zurück auf die Festungsmauern, Richtung Guscha.

Breite steinige Strasse steigt oberhalb von St. Luziensteig an, mit Holzzaun und Hügeln im Hintergrund Der Aufstieg kurz oberhalb von Guscha, mit Mittlerspitz und Rotspitz voraus.

Unterwegs erreicht man eine Wegkreuzung mit Wegweisern: Stafel, Guschasattel, Falknis, Lawena in die eine Richtung, Birch, Mittlerspitz und Birchen-Matan in die andere. Auf dem Weg Richtung Guschasattel / Falknis bleiben.

Gelber Wegweiser im Wald mit den Zielen Stafel, Guschasattel, Falknis, Lawena, Birch, Mittlerspitz und Birchen-Matan Die Kreuzung unterwegs — Richtung Guschasattel / Falknis weiter.

Guschasattel: Der Weg führt weiter hinauf zum Guschasattel, dem breiten Sattel unterhalb von Falknis und Mazorakopf/Falknishorn — Mazorakopf und Falknishorn sind zwei Namen für denselben Gipfel. Von hier erkennt man bereits rechts Mazorakopf/Falknishorn, und links in der Ferne den Gipfel des Falknis.

Grasiger Wanderweg im Anstieg zum Guschasattel, mit einem Felsgipfel rechts und dem Falknis in der Ferne links Im Anstieg zum Guschasattel — rechts Mazorakopf/Falknishorn, links in der Ferne der Falknis-Gipfel.

Eine kleine Alphütte mit Holzdach liegt direkt auf dem Guschasattel — ein guter Orientierungspunkt und ein letzter Schattenplatz, bevor es steiler wird.

Kleine Holzalphütte auf dem Guschasattel mit Bergen im Hintergrund Die Hütte auf dem Guschasattel.

Guschasattel → Mazorakopf/Falknishorn: Vom Sattel aus steigt der Weg über breite Grashänge unterhalb der Kalkfelsen Richtung Mazorakopf/Falknishorn.

Schmaler Graspfad steigt steil auf zwei Felsgipfel zu Aufstieg vom Guschasattel Richtung Mazorakopf/Falknishorn.

Auf halbem Weg quert der Weg ein kurzes Band aus brüchigem Kalkgestein, das mit einem Stahlseil gesichert ist.

Felsige Rinne mit Stahlseil durch brüchiges Kalkgestein Die Seilstelle auf dem Weg zum Mazorakopf/Falknishorn.

Oberhalb der Seilstelle öffnet sich die Aussicht vollständig, mit dem Rheintal weit unten.

Panoramablick über das Rheintal von einem hohen Grat, mit einem Felsgipfel voraus Im Aufstieg zum Mazorakopf/Falknishorn — das Rheintal öffnet sich gleich darunter.

Mazorakopf/Falknishorn: Ein Steinmann markiert den Punkt, mit einem phänomenalen Blick Richtung Mittlerspitz, Wörznerhorn und Mittagsspitz, und dem Alpstein / den Churfirsten im Hintergrund.

Steinmann auf felsigem Gipfel mit grosser grauer Bergflanke im Hintergrund Der Blick vom Falknishorn, zurück auf die Aufstiegsroute — der Weg beginnt ganz links, wo Guscha gerade noch zu erkennen ist.

Die Schlüsselstelle — Falknishorn zum Falknis: Die Verbindungsquerung zwischen Mazorakopf/Falknishorn und dem Gipfelaufbau des Falknis ist der ausgesetzteste und technisch anspruchsvollste Abschnitt der gesamten Route. Der Weg sucht sich eine Linie über loses, brüchiges Gestein, mit steilem Abfall auf der rechten Seite und der Felswand des Berges links. Stahlseile sind am schwierigsten Teil angebracht und helfen bei der Querung — das, und nicht die vorangegangene Seilstelle, ist die eigentliche Schlüsselstelle der Tour und der Hauptgrund für die Bewertung T4.

Weg quert einen breiten, ausgesetzten Hang aus losem grauem Gestein auf dem Verbindungsgrat unterhalb des Falknis Die ausgesetzte Querung zwischen Mazorakopf/Falknishorn und Falknis — die Schlüsselstelle der Route.

Letzter Wegweiser: Ein Wegweiser bestätigt die Richtung und markiert eine wichtige Kreuzung: Guschasattel, Guscha und St. Luziensteig zurück, der gelbe Weg geradeaus weiter zum Falknis, die blau markierte Alpinroute zum Fläscher Fürggli–Enderlinhütte SAC zweigt zu einer Seite ab — ein etwas kürzerer Zustieg zum Falknis, aber ebenfalls eine Alpinroute mit eigener Ausgesetztheit, keine leichtere Alternative —, und ein weiterer Pfad Richtung Fläscher Fürggli, Fläscher Alp, Iljes und Stürfis.

Wegweiser mit der Aufschrift Guschasattel, Guscha, Luzisteig und Lawena, mit felsigem Weg, der weiter aufwärts führt Der Wegweiser unterhalb des Gipfels.

Wegweiser an einer Kreuzung mit den Zielen Fläscher Fürggli-Enderlinhütte SAC Alpinroute, Falknis, sowie Fläscher Fürggli, Fläscher Alp, Iljes, Stürfis Derselbe Wegweiser — hier zweigt die Alpinroute zur Enderlinhütte ab.

Falknis-Gipfel (2.562 m): Die letzten Meter führen zum Gipfelkreuz auf einem schmalen, felsigen Hochpunkt.

Gipfelkreuz des Falknis vor blauem Himmel mit Wolken Das Gipfelkreuz des Falknis.

Am Gipfel Zeit lassen — das ist eine grosse Leistung, und der Blick über das Rheintal und die umliegenden Grate ist jeden Höhenmeter wert.

Blick südwärts entlang eines felsigen und grasigen Grats vom Falknis-Gipfel, mit dem Rheintal darunter Blick vom Gipfel entlang des Grats.

Abstieg: Es gibt drei Abstiegsmöglichkeiten vom Gipfel: auf demselben Weg zurück über Mazorakopf/Falknishorn und den Guschasattel nach Guscha; über die Alpinroute via Fläscher Fürggli und Enderlinhütte; oder hinunter Richtung Malans. Auf dem Weg nach Malans kommt man an einem kleinen Bergsee vorbei — ein wunderschöner, unerwarteter Ort zum Verweilen, im Sommer warm genug zum Schwimmen — bevor man das Tal erreicht.

Kleiner türkiser Bergsee in einem grünen Talkessel, umgeben von Bergen Der Bergsee auf dem Abstieg nach Malans.

Bedingungen & Saison

  • Beste Monate: Juni–Oktober, nur bei schneefreien Verhältnissen
  • Sowohl die Seilstelle unterhalb des Guschasattels als auch die ausgesetzte, seilversicherte Querung zwischen Mazorakopf/Falknishorn und Falknis erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit — beide bei Nässe, Vereisung oder starkem Wind meiden
  • Früh starten — das ist ein langer Tag mit erheblicher Sonnenexposition auf den oberen Hängen, und im Sommer sind Nachmittagsgewitter häufig
  • Keine Wasserstellen im oberen Bergbereich — genug für den ganzen Tag mitnehmen

Anreise

Mit dem Zug: Zug bis Maienfeld (Hauptstrecke Zürich–Chur), dann zu Fuss oder mit dem Taxi hinauf nach St. Luziensteig (rund 300 Höhenmeter, etwa 45 Minuten zu Fuss).

Mit dem Auto: Auf der Passstrasse zwischen Maienfeld (Schweiz) und Balzers (Liechtenstein) nach St. Luziensteig fahren. Parkplätze bei den Befestigungsanlagen.

Rückweg: Siehe die drei oben beschriebenen Abstiegsmöglichkeiten — über Guscha zurück zur St. Luziensteig, über die Enderlinhütte, oder hinunter nach Malans zur Seilbahn ins Tal.