Balzers nach Guscha — Die Walsersiedlung

Liechtenstein

Balzers nach Guscha — Die Walsersiedlung

T3

Distanz

5.1 km

Höhenunterschied

668 m

Dauer (Hin & zurück)

3–3.5 Stunden

Schwierigkeit

T3

↑ Höhenprofil

Überblick

Guscha ist eines der faszinierendsten Ziele, die zu Fuss von Liechtenstein aus erreichbar sind — nicht wegen Gipfelaussichten oder technischem Gelände, sondern wegen dem, was man oben vorfindet: fünf weisse Häuser, eine steile grüne Wiese und Stille. Die ehemalige Walsersiedlung liegt auf 1.115 m knapp jenseits der Grenze in der Schweiz, unter den senkrechten Kalksteinwänden des Gir-Massivs, verlassen seit 1969, als die letzte Familie — die Familie Mathis Just — endgültig wegzog.

Die Route von Balzers ist kurz, aber steil. Der Weg überwindet 668 Höhenmeter auf nur 5,1 km, führt an einer Kalkfelsenwand mit einem kurzen exponierten Abschnitt entlang und überquert die Guschatobel-Brücke, bevor man das Plateau erreicht.

Die Route

Balzers Ortszentrum → Waldweg: Start beim Gemeindehaus Balzers. Dem Wanderweg Richtung Guscha folgen. Der Weg führt zunächst in Richtung der Allmeind — dem Alpgebäude von Balzers — biegt jedoch rechts in den Wald ab, bevor man sie erreicht. Hier beginnt der Aufstieg.

Der erste Wegabschnitt durch Kiefern- und Buchenwald oberhalb von Balzers In den Wald kurz nach der Abbiegung — gut beschattet für den Aufstieg.

Waldaufstieg → Hettabörgle: Der Weg steigt gleichmässig durch Buchen- und Tannenwald an.

Aufstieg durch Buchenwald auf dem Weg nach Guscha Gleichmässiger Aufstieg durch Buchen- und Tannenwald.

Mit zunehmender Höhe öffnet sich das Blätterdach am Hettabörgle — einem Aussichtspunkt mit freiem Blick zurück auf Balzers und das Rheintal. Kurz darüber befindet sich eine Wasserquelle mit sauberem Trinkwasser — ein guter Moment zum Auffüllen. Oberhalb der Quelle führt eine Strasse weiter aufwärts — dieser folgen und den Guscha-Wegweisern nachgehen. Ab hier befindet man sich im Ans — einem Waldabschnitt, der 1985 von einem heftigen Brand heimgesucht wurde. Die nachgewachsenen Bäume sind heute gut etabliert.

Blick ins Rheintal Richtung Schweiz, mit Balzers unten Der Blick vom Hettabörgle auf Balzers und das Rheintal.

Kreuzung Ans-Weg: Das gelbe Guscha-Schild markiert die Ans-Kreuzung — Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Wegweiser an der Ans-Kreuzung mit Richtungspfeil nach Guscha Der Guscha-Wegweiser an der Ans-Kreuzung.

Kalkfelsenabschnitt: Bei ca. 2,5 km führt der Weg an einer Kalkfelsenwand entlang. Der Pfad ist in den Fels gehauen und fühlt sich nach dem geschlossenen Wald offen an.

Der Weg entlang der Kalkfelsenwand Der Felsabschnitt. Solider Untergrund.

Ein kurzer, exponierter Abschnitt ist mit einem Fixseil gesichert — die ausgesetzteste Stelle der Route. Er ist problemlos zu passieren, aber nicht geeignet für Personen mit Höhenangst.

Der gesicherte Abschnitt mit Fixseil an der Felswand Der Seilabschnitt.

Guschatobel-Brücke: Die Guschatobel-Brücke überquert die Schlucht kurz vor dem letzten Aufstieg zum Plateau. Die Brücke ist stabil, und der Blick in die Schlucht lohnt sich.

Die Brücke über den Guschatobel Die Guschatobel-Brücke.

Walsersiedlung Guscha: Der Weg tritt aus dem Wald auf das offene Plateau von Guscha. Der Kontrast ist frappierend — einen Moment noch im steilen, geschlossenen Waldgelände, im nächsten auf einer sonnenbeschienenen Wiese mit dem vollen Rheintal darunter und dem Gir-Massiv darüber. Fünf weisse Bauernhäuser lehnen am Hang, gepflegt vom Verein Pro Guscha (gegründet 1974). Ein Holzkreuz markiert den höchsten Punkt der Siedlung.

In einem der Häuser gibt es eine Selbstbedienungsbeiz — Getränke und Snacks können mitgenommen werden, was Guscha zu einem richtigen Ziel macht und nicht nur zu einem Umkehrpunkt.

Das Gipfelkreuz bei Guscha mit Rheintal und Alpen im Hintergrund Das Kreuz bei Guscha. Gonzen in der Mitte, Gauschla (verschneit) rechts.

Nimm dir Zeit, die Siedlung zu erkunden und das volle Ausmass der Gir-Wände darüber auf dich wirken zu lassen.

Die Walserhäuser von Guscha unter dem Gir-Massiv Die erhaltenen Walserhäuser, gepflegt vom Verein Pro Guscha seit 1974.

Guscha: Die Walsersiedlung

Die Walser waren ein germanisches Volk, das im 13. und 14. Jahrhundert entlegene Alpentäler in der Schweiz, Österreich und Liechtenstein besiedelte. Guscha war eine von mehreren Walsersiedlungen an den Hängen über Balzers — weitere waren Stürvis, Vatscherinerberg, Rofels und Bovel. Das Leben hier erforderte den Anbau auf steilem Gelände ohne Strassenzugang. Im 20. Jahrhundert schrumpfte die Gemeinschaft; der letzte Dauereinwohner verliess Guscha 1969. Der Verein Pro Guscha pflegt die Gebäude seit 1974.

Bedingungen & Saison

  • Beste Monate: April–Oktober
  • Der Seilabschnitt kann bei Nässe rutschig sein — bei starkem Regen diesen Weg meiden
  • Frühling (April–Mai) bringt Wildblumen auf der Hochalm
  • Der Abstieg ist steil und kniebelastend; Trekkingstöcke empfohlen

Anreise

Mit dem Bus: Liechtenstein Bus Linien 11, 13 oder 13E bis Balzers Schlossweg. Fahrt von Vaduz ca. 20 Minuten. Fahrpläne unter liemobil.li.

Ab Sargans: Mit dem Zug nach Sargans (Hauptstrecke Zürich–Chur), dann mit dem Bus bis Balzers Schlossweg. Von dort sind es wenige Minuten zum Gemeindehaus.

Mit dem Auto: Von Vaduz die Haupttalstrasse südlich Richtung Balzers fahren. Direkt beim Gemeindehaus gibt es Parkplätze — das Gemeindehaus ist gleichzeitig der Ausgangspunkt der Tour.

Rückweg: Entweder denselben Weg zurück nach Balzers, oder auf der Strasse Richtung St. Luziensteig absteigen — eine längere, aber weniger steile Alternative, die ins Rheintal hinunterführt.